Denkmalschutz ist aktive Stadtentwicklung

„Heidelberg ist für seine Bürger und viele Touristen deshalb so reizvoll, weil die Stadt über eine sehr alte, attraktive Bausubstanz verfügt“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Der Denkmalschutz soll dafür sorgen, dass es auch so bleibt. Genau das ist aber für manche Bauherrn und Immobilienkäufer ein Reizwort, denn meistens wollen sie ihre Gebäude an die modernen Wohnstandards anpassen und befürchten Schwierigkeiten. Einerseits sollen die alten Häuser bequem sein, andererseits soll möglichst viel Altes erhalten bleiben.

Kompromisse auszuhandeln lohnt sich, denn gewichtige Argumente sprechen für den Erwerb von Denkmalimmobilien: Sie sind beliebt und wertstabil. Ihren zukünftigen Bewohnern und Besuchern vermitteln sie ein Gefühl von Beständigkeit und die Sicherheit, Teil einer Kultur und der Geschichte zu sein. „Das ist der Grund, weshalb Kulturdenkmale besonders geschützt, gefördert und erhalten werden“, ergänzt Michael Fehr. Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Städte, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde. Der Schutz des Bereiches Schloss-Altstadt-Philosophenweg bildet bereits seit 1998 einen Schwerpunkt der Denkmalpflege.

Görlitz gilt mit seinen 4.000 Baudenkmälern als größtes Flächendenkmal Deutschlands. Die Stadt ist bundesweit ein Vorzeigeprojekt und belegt vorbildlich, wie positiv der Denkmalschutz auf die Entwicklung dieser Stadt in absoluter Randlage der Bundesrepublik wirkt. Görlitz hat die alte Bausubstanz zum Aushängeschild gemacht und ist damit erfolgreich.

Weil der Denkmalschutz wesentlich zur Lebensqualität beiträgt, sind nicht nur Stadtverwaltung und Institutionen aktiv, sondern viele zivilgesellschaftliche Initiativen und Privateigentümer fühlen sich in Heidelberg angesprochen, an der Erhaltung mitzuwirken. Die Stadt Heidelberg fördert Maßnahmen an Kulturdenkmalen und Bauwerken. Zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde beim Amt für Baurecht und Denkmalschutz.