Bei der Immobilienfinanzierung alles richtig machen

Mit der Immobilienfinanzierung sind langfristige Verpflichtungen verbunden. Durch die richtige Finanzierung können Erwerber*innen im Laufe der Zeit eine Menge Geld sparen.

„Der Betrag, den sich Käufer von Immobilien für den Erwerb von der Bank leihen, hat ein neues Rekordniveau erreicht“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Der durchschnittliche Darlehensbetrag lag im Juni 2019 erstmals höher als 250.000 Euro. Der Grund dafür sind die steigenden Immobilienpreise. Wer einige Grundregeln beachtet, steht auf der sicheren Seite.

Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf. Das ist der Anteil des Kredits am Immobilienwert. Beste Konditionen gelten meist nur bis zu 50 oder 60 Prozent des Kaufpreises. Für alles, was darüber liegt, wird ein Aufschlag auf das gesamte Darlehen berechnet. Der Finanzierungsanteil oberhalb von 80 oder 90 Prozent des Kaufpreises muss oft doppelt so teuer bezahlt werden.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenmittel aufgebracht werden können, desto geringer ist der aufgenommene Darlehensbetrag. Das wiederum schlägt sich positiv auf die Konditionen nieder, weil das Darlehen schneller zurückgezahlt ist und das Risiko für die Bank abnimmt. Die Bank macht ein attraktiveres Angebot. Es lohnt sich fast immer, bis auf eine Sicherheitsreserve, so viel Eigenkapital wie möglich zu mobilisieren, um einen besseren Zinssatz zu erhalten. Die Stiftung Warentest hält unter www.test.de/rechner-grenzzinsen einen Finanzrechner bereit.

Banken empfehlen oft eine Eigenkapitalsumme von 20 Prozent. Bei sehr guter Bonität finanzieren sie auch schon bei einer geringeren Eigenkapitalausstattung, in Einzelfällen sogar bis zu 100 Prozent. Diese sogenannte 100-Prozent-Finanzierung bezieht sich jedoch nur auf den Kaufpreis und nicht auf die Nebenkosten. Hinzu kommen noch rund 15 Prozent des Kaufpreises für Makler, Notar, Grunderwerbsteuer oder Behördenleistungen.

„Wegen des niedrigen Zinsniveaus sollte man eine langfristige Zinsbindung von mindestens zehn Jahren, besser noch 15 oder 20 Jahren wählen und eine hohe Tilgung vereinbaren“, rät Michael Fehr.