Aufwendungen für das Homeoffice steuerlich geltend machen

„Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, bisher Selbstverständliches zu überdenken. Für eine Vielzahl von Berufen ist beispielsweise das Arbeiten im Homeoffice eine attraktive Alternative zum Büro geworden“, teilt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, mit. Die Erfahrungen sind vielversprechend und geben Anlass zu der Hoffnung, dass dafür auch rechtlich bald eine Grundlage geschaffen wird. Wie sich Aufwendungen für die Einrichtung eines Homeoffice steuerlich auswirken, hat der Bundesfinanzhof bereits in einem aktuellen Urteil klargestellt.

Vermietet ein Arbeitnehmer eine Einliegerwohnung als Home-Office an seinen Arbeitgeber für dessen unternehmerische Zwecke, kann er grundsätzlich die ihm für Renovierungsaufwendungen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer steuermindernd geltend machen. Dies gilt nicht nur für die Aufwendungen zur Renovierung des beruflich genutzten Büros oder Besprechungsraums, sondern auch für Aufwendungen eines Sanitärraums. Ausgeschlossen vom Abzug sind dagegen die Aufwendungen für ein aufwändig mit Dusche und Badewanne ausgestattetes Badezimmer, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, 7.5.2020, V R 1/18).

Die Eigentümer eines Gebäudes, das sie im Obergeschoss selbst bewohnen, bauten ihre Einliegerwohnung im Erdgeschoss mit Büro, Besprechungsraum, Küche und Bad/WC zum Homeoffice um. Die Handwerkerkosten machten sie im Rahmen der Umsatzsteuererklärung als Vorsteuer geltend. Allein die Kosten für die Renovierung des Badezimmer beliefen sich auf 25.780 Euro. Das war dem Finanzamt zu viel. Nach einer Ortsbesichtigung ordnete es die Aufwendungen für das Badezimmer dem privaten Bereich zu. Bei einer Bürotätigkeit könne sich die berufliche Nutzung durchaus auch auf einen Sanitärraum erstrecken, nicht jedoch auf ein komplett mit Dusche und Badewanne ausgestattetes Badezimmer.