Acht Jahre Niedrigzinsen und die Folgen für Immobilieneigentümer

 „Der regelmäßige Blick auf die Zinsentwicklung gehört zum Arbeitsalltag, bietet jedoch wenig Abwechslung“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Dennoch sollte man sich nicht täuschen. Die anhaltende Niedrigzinsphase ist keineswegs langweilig. Sie entfaltet ihre dynamische Wirkung woanders – unter anderem bei den enorm gestiegenen Preisen für Immobilien“, erklärt Michael Fehr.

Das vergangene Jahrzehnt hat Spuren hinterlassen. Sparer erleben, dass ihr Konzept nicht mehr aufgeht, stattdessen erscheinen Schulden als Vorteil. Diese Lehre widerspricht so ziemlich allem, was Generationen zuvor für richtig hielten. Sie passt auch nicht zu einem dringend gebotenen umweltverträglichen Umgang mit Ressourcen und Energie.

Ob diese Politik von Dauer sein kann, muss sich erst noch erweisen. Die Europäische Zentralbank, EZB, hat im Falle einer Rezession kaum noch Handlungsspielraum. Die neue Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, sieht die negativen Langzeitfolgen und fordert die Regierungen auf, endlich mit konsequenten Reformen in die Zukunftsfähigkeit zu beginnen.

Auch die geopolitischen Einflüsse werden in absehbarer keine wesentlichen Änderungen bewirken, darüber sind sich Analysten einig. Bereits seit Ende Januar sinkt die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen, und auch die Hypothekenzinsen haben gerade wieder einen Tiefststand erreicht. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass sich bei den die Bauzinsen in den kommenden Monaten viel bewegen wird“, vermutet Michael Fehr.

Was bedeutet das für Immobilieneigentümer und -interessenten? Immobilien bleiben weiterhin gefragt und teurer. Ob sich die Steigerungen im Hochpreissegment so fortsetzen wie bisher, ist allerdings nicht sicher. Private Käufer sollten ihre persönliche Belastungsgrenze ermitteln und einhalten.