Nicht nur in Deutschland: Immobilienpreisentwicklung überdurchschnittlich

„Der deutsche Immobilienmarkt wird derzeit oft als außergewöhnlich bezeichnet“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Wer es genauer wissen will, kann einen Blick über den Tellerrand wagen.“ Die Berechnungen der US-Investmentbank Goldman Sachs, die das Handelsblatt veröffentlicht hat, sind dabei hilfreich. Diese Studie vergleicht aktuelle Marktdaten verschiedener westlicher Industriestaaten mit dem langjährigen Durchschnitt. Das Ergebnis gibt Auskunft darüber, in welchen Staaten die Gefahr am größten ist, dass die Preise für Immobilien in den kommenden zwei Jahren um fünf Prozent oder mehr einbrechen werden. Danach gehört die Schweiz zu den sechs Ländern in denen das der Fall sein könnte. Aktuell liegen sie um 30 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. In Australien liegen die Häuserpreise ebenso wie in Kanada um 90 Prozent über dem Durchschnitt. Die Gefahr eines gefährlichen Preisverfalls wird in Australien jedoch nur auf 25 Prozent geschätzt, in Kanada dagegen auf 30 Prozent. Denn dort liegt die Kreditbelastung um 140 Prozent höher als dies viele Jahre lang der Fall war. In Norwegen beträgt das Risiko 25 Prozent, die Preise liegen um 100 Prozent über dem Schnitt. In Schweden liegen die Preise um 110 Prozent über dem Schnitt, das Risiko wird mit 35 Prozent angegeben. In Neuseeland ist die Gefahr, dass die Preise abrutschen, mit 40 Prozent am höchsten, der Häuserpreis liegt 120 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Zum Vergleich: In der Eurozone liegen die Preise derzeit nur 20 Prozent über dem Durchschnitt. Großbritannien bildet dabei innerhalb Europas allerdings einen Ausreißer. Die Preise liegen dort um 70 Prozent über dem Schnitt. „Für Deutschland werden keine gesonderten Zahlen angegeben. Nach Angaben des Forschungsinstitutes empirica steigt der sogenannte Blasenindex in Deutschland aber erstmals seit 15 Quartalen nicht weiter an“, erläutert Michael Fehr.