Neues Maklergesetz zeigt Wirkung

„Das neue Maklergesetz ist seit rund einem halben Jahr in Kraft – Zeit eine erste Bilanz zu ziehen“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Auswirkungen zeigen sich regional unterschiedlich, je nachdem welche Provisionsgelungen vorher üblich waren.

Das neue Maklergesetz hat erstmals einheitliche Regeln für ganz Deutschland festgeschrieben. Das Gesetz wurde eingeführt, um die in Deutschland hohen Kaufnebenkosten zu senken. Dazu gehören nicht nur die Maklerprovision, sondern auch die Kosten für Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer – je nach Bundesland insgesamt rund zehn Prozent der Kaufsumme.

Käufer zahlten in vielen Regionen Deutschlands früher die volle Maklerprovision, unabhängig davon, ob sie den Makler beauftragt hatten oder nicht. Nach der Neuregelung zahlen sie nun höchstens die halbe Provision.

Deutliche Änderungen sind besonders in den sechs Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen und teilweise Niedersachsen) zu spüren, in denen die hälftige Provisionsteilung erst seit dem 23.12.2020 gilt. In den übrigen zehn Ländern, in denen die Provision theoretisch schon immer geteilt wurde, wie in Baden-Württemberg, zeigen sich dagegen nur geringe Auswirkungen.

Nach einer Studie des IW-Instituts in Köln zahlten Käufer 2020 bundesweit im Schnitt noch fünf Prozent für den Makler, jetzt sind es nur noch 3,5 Prozent. Besonders groß ist die Entlastung in Berlin und Brandenburg. Dort mussten Käufer bisher meist die volle Maklerprovision von sieben Prozent entrichten.

Nach Auskunft von überregionalen Marktbeobachtern verhandeln Verkäufer seit der Neuregelung stärker um die Provision. Das ist die Wirkung, die sich der Gesetzgeber gewünscht hat. Marktkenntnis, Erfahrung und Kompetenz seinen bei der Wahl des Maklers wichtiger geworden. Grundsätzlich zeige sich, so das IW-Institut, dass Makler bessere Preise erzielen und auch schneller verkaufen können als Privatverkäufer.