Neubau oder Altbau: Vor- und Nachteile beim Kauf

„Der Wunsch, ein neues Haus nach eigenen Vorstellungen zu bauen, ist für viele Menschen verlockend. Doch die Nachfrage nach Bauland ist riesig, vor allem in Ballungsgebieten aber auch im Umland attraktiver Städte“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Bestandsimmobilien können eine Alternative sein und haben viele Vorteile: Sie liegen oft in gewachsener Umgebung, verfügen über eine vollständige Infrastruktur und eine Nachbarschaft, die sich vorab einschätzen lässt. Die Kosten können genauer kalkuliert werden, weil der finanzielle Aufwand für Kauf und Renovierung oft besser berechenbar ist als für einen Neubau. Nach Zahlen von Finanzexperten entscheiden sich immer mehr Käufer für eine Bestandsimmobilie: 2020 waren es rund 83 Prozent, vor fünf Jahren noch knapp 73 Prozent.

Im Gegensatz zum Neubau ist der Zustand einer Bestands­immobilie für Laien jedoch schlechter einzuschätzen: Wie solide die Bausubstanz? Gibt es Mängel, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind? Was muss unbedingt modernisiert oder saniert werden? Für eine grobe Übersicht hilft die Auskunft der Vorbesitzer. Für detaillierte Fragen ist die Maklerin oder auch ein beauftragter Gutachter die richtige Adresse. Wohnungskäufer erhalten außerdem wesentliche Informationen aus Wirtschaftsplänen und Versammlungsprotokollen der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), die die Verwalterin zur Verfügung stellen kann. Wichtig ist unter anderem die Höhe des Wohngeldes und der Rücklagen sowie die Frage, ob kostenintensive Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen anstehen.

Immobilienkauf und Modernisierung können zusammen finanziert werden. Das ist gut für die Planungssicherheit, weil dann von Anfang an klar ist, wie hoch am Ende die Monatsrate ist. Zusätzlich fördert der Staat energetische Sanierungen mit Zuschüssen von bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit oder zinsgünstigen Krediten mit Tilgungszuschüssen.