Nettovermögen geschrumpft – Immobilien teurer, aber nicht überall

Die Privathaushalte in Deutschland haben in den vergangenen zehn Jahren Vermögen eingebüßt. In Preisen von 2010 besaßen die Haushalte 2013 im Schnitt 117.000 Euro und damit 20.000 Euro oder 15 Prozent weniger als 2003.

Die wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau sind Erbschaften und Schenkungen, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgefunden. Dagegen spiegelt sich Sparsamkeit nur begrenzt in der Vermögensbilanz wider.

„In vielen Regionen Deutschlands haben sinkende Immobilienwerte die Vermögenssituation im vergangenen Jahrzehnt beeinflusst“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Je nach Datenbasis haben die Immobilienvermögen im Schnitt 20 Prozent bzw. 14 Prozent (EVS und SOEP) an Wert verloren“, fährt er fort, denn die starken Preissteigerungen beim Wohneigentum gibt es erst seit 2011 und überdies nur in bestimmten Großstadtregionen wie München, Hamburg, Köln-Düsseldorf oder Berlin, während im Rest der Republik viele Eigenheime real weniger Wert haben. Heidelberg gehört zu den deutschen Kreisen, in denen die Werthaltigkeit von Wohnimmobilien laut Studie der Postbank als „sehr hoch“ eingeschätzt wird.

Insgesamt verlief die Entwicklung der Immobilienpreise je nach Region außerordentlich unterschiedlich. So stieg der Preis einer Eigentumswohnung in München seit 2010 um 50,9 Prozent auf jetzt durchschnittlich 5.160 Euro pro Quadratmeter, während er in Zeitz (Sachsen-Anhalt) nur 600 Euro pro Quadratmeter beträgt. Angesichts des knapp und teuer gewordenen Wohnungsangebots ziehen die Umlandgemeinden jetzt in der Preisentwicklung nach.