Nachfrage nach Immobilien auf Rekordniveau – Wo kann man noch kaufen?

„Im Zuge der Coronapandemie hat sich die Nachfrage nach Immobilien enorm erhöht“, stellt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, fest. Allein im April 2021 verzeichnete ImmoScout24 rund 72 Prozent mehr Anfragen für Eigentumswohnungen als im vorigen Jahr. Die Nachfrage nach Mietwohnungen stieg im gleichen Zeitraum um 19 Prozent.

Die hohe Nachfrage wirkt sich auf die Preise aus. Da stellt sich die Frage: Wo kann man unter diesen Marktgegebenheiten noch Immobilien kaufen oder mieten?

Das Immobilienportal hat eine Vergleichsrechnung mit erstaunlichen Ergebnissen aufgemacht. Zugrunde gelegt wurden die vom Statistischen Bundesamt angegebenen durchschnittlichen Nettohaushaltseinkommen und die durchschnittlichen Wohnkosten – eine Nettokaltmiete zwischen 800 und 1.000 Euro sowie eine vergleichbare Kaufpreisspanne zwischen 217.000 und 272.000 Euro.

Die Analyse zeigt für 40 deutsche Großstädte große, regionale Unterschiede: In den Metropolen reicht ein Budget von 800 bis 1.000 Euro bei Kauf und Miete nur noch für eine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnung. In Städten wie Dortmund, Heidelberg und Kassel bekommt man dafür aber noch Wohnungen, die Platz für eine Familie bieten.

Auch die Vergleichsrechnung der durchschnittlichen Wohnungsgröße bei Miete gegenüber Kauf ist aufschlussreich. In Heidelberg und Dortmund lohnt sich der Kauf: Bei gleichem Budget misst eine Eigentumswohnung fünf bis sechs Quadratmeter mehr als die vergleichbar teure Mietwohnung. Wer dagegen in Oldenburg eine Wohnung mietet, statt sie zu kaufen, bekommt 31 Quadratmeter mehr Wohnfläche.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat festgestellt: „Trotz deutlich steigender Preise ist die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in weiten Teilen Deutschlands nicht so stark zurückgegangen, wie eine reine Fokussierung auf die Preise zunächst vermuten ließe. Starke Zinsrückgänge und deutliche Anstiege in den Einkommen der Haushalte führen dazu, dass das Annuität-Einkommensverhältnis vielerorts unverändert blieb.“