Mietpreisbremse erregt die Gemüter

Weil die Mieten in angespannten Lagen extrem gestiegen sind, ist in einigen deutschen Städten und Gemeinden vor rund einem Jahr die Mietpreisbremse in Kraft getreten. „Mit dem Ergebnis ist anscheinend niemand so richtig zufrieden“, stellt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, fest.
Das Justizministerium plant bereits die Novellierung. Die Mieterhöhungsmöglichkeiten nach Modernisierungen sollen eingeschränkt werden: Statt bisher elf Prozent der Kosten sollen künftig nur acht Prozent auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden dürfen. Innerhalb von acht Jahren sollen die Mieten höchstens um drei Euro pro Quadratmeter steigen dürfen. Wer mehr als 40 Prozent des Einkommens für die Wohnung zahlen müsste, darf sich auf eine Härtefallregelung berufen. Der Betrachtungszeitraum für die Vergleichsmieten soll von vier auf acht Jahre verlängert werden.
Der Deutsche Mieterbund fordert, dass Vermieter verpflichtet werden sollen, die Vormiete anzugeben und überhöhte Mieten von Beginn des Mietverhältnisses an zurückzuzahlen sind.
Der Verband Haus & Grund sagt dazu: Vermieter haben in laufenden Mietverhältnissen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, die Miete zu erhöhen. Die Mietpreisbremse nimmt ihnen die Chance, bei einem Mieterwechsel für eine auskömmliche Miete zu sorgen.
Vermieter wenden ein: Die neuen Maßnahmen frieren die Mieten auf Jahre ein. Daraus resultiert ein massiver Wertverlust. Der Mietmarkt ist schon lange stark reguliert. Dadurch fehlt Geld für Renovierungen, Energiesparen, die Umsetzung staatlicher Vorgaben und steigende Löhne.
Immobilienanleger, die ihre Rente sichern wollen, sind besorgt. Sie können die sinkenden Einnahmen und den Wertverlust nicht kompensieren. Dabei gehört über die Hälfte des Immobilienbestandes in Deutschland Eigentümern, die nur wenige Wohnungen besitzen.
Investoren sagen: Wie sich die Maßnahmen auf die allseits gewünschten und erforderlichen Neubaumaßnahmen auswirken, ist unsicher. Warum sollten Kapitalanleger in renditearme Wohnungen investieren, wenn es bequemere Alternativen auf dem Finanzmarkt gibt.