Mietmarkt: Regulierte Mieten helfen nicht weiter

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Daher hat der Mieterschutz in Deutschland traditionell und zu Recht eine hohe Bedeutung“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Das ist einer der Gründe, weshalb das Justizministerium jetzt wegen der angespannten Wohnungssituation in einigen Städten über die bisherigen Maßnahmen hinaus weiter in die Mietpreisentwicklung eingreifen möchte. Tatsächlich ist der Mietmarkt aber schon lange durch die Kappungsgrenze und neuerdings durch die Mietpreisbremse stark reguliert. Zusätzlich soll jetzt der Bezugszeitraum für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im Mietenspiegel von vier auf zehn Jahre verlängert werdet werden.

Die aktuelle Studie des Center for Real Estate Studies (CRES) hat ermittelt, dass diese Maßnahme einen massiven Wertverlust nach sich ziehen und die Mieten auf Jahre „eingefroren“ würden. Das bedeutet: weniger Geld für Renovierungen und Energiesparen, kein Inflationsausgleich, weniger Geld für Kosten durch staatliche Vorgaben und kein Ausgleich für steigende Löhne. Wer mit Immobilien für die Rente vorgesorgt hat, würde den Gürtel enger schnallen müssen.

Dazu muss man wissen, dass über die Hälfte des Immobilienbestandes in Deutschland von Eigentümern gehalten wird, die nur wenige Wohnungen besitzen. Diesen Vermietern würde es sehr schwer fallen, die sinkenden Einnahmen und den Wertverlust zu kompensieren. Auch für die allseits gewünschten und erforderlichen Neubaumaßnahmen stünde dann weniger Geld zur Verfügung.

„Derartige Maßnahmen wären völlig unangemessen und werden auch in unseren europäischen Nachbarländern nicht praktiziert, obwohl die Mieten in den Metropolen dort schon lange weit höher liegen als in Deutschland“, ergänzt Michael Fehr.