Landleben: Neuer Trend bringt mehr Pendler auf die Straße

„Immer mehr Menschen weichen den hohen Mieten und steigenden Immobilienpreisen aus. Sie kehren der Stadt den Rücken“, bestätigt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Dafür nehmen sie weite Wege in Kauf und pendeln zur Arbeit sowie zur Erledigung ihrer Alltagsgeschäfte in die nächste Stadt.

In Deutschland arbeiteten knapp 60 Prozent der Beschäftigten im Jahr 2020 nicht an ihrem Wohnort. Das entspricht 19,6 Millionen Menschen. Gegenüber dem Vorjahr blieb diese Zahl stabil. Diese Statistik sagt allerdings nichts darüber aus, wie viele Menschen im vergangenen Jahr unter Coronabedingungen im Homeoffice arbeiteten.

Unter allen Großstädten übt München die größte Anziehungskraft für Arbeitskräfte aus dem Umland aus. Im Jahr 2020 wohnten 410.000 der in München Arbeitenden außerhalb der Stadtgrenze. In Frankfurt am Main waren es 384.000, in Hamburg 355.000 und in Berlin 332.000. In Heidelberg gab es 116.500 Berufspendlerinnen und -pendler. Ihre Zahl stieg seit 2010 um rund 21 Prozent oder 20.100 Menschen.

Die Arbeit im Homeoffice bietet eine große Chance, den Pendlerverkehr zwischen den Großstädten und ihrem Umland zu reduzieren und damit Umwelt- und Gesundheitsbelastungen zu verringern.

Das Statistische Bundesamt hat berechnet, wie viele Pendlerinnen und Pendler zumindest teilweise das Auto nutzen: Im Jahr 2017 waren das rund 18,4 Millionen, das entsprach einem Anteil von 88 Prozent. Pendelnde mit einem Arbeitsweg von bis zu 20 Kilometern gaben zu gut 90 Prozent an, teilweise das Auto zu nutzen. Bei Pendelnden mit einem längeren Weg zur Arbeit von über 20 Kilometern waren es 83 Prozent.

Die Bundesregierung hat zum Jahresbeginn 2021 die Pendlerpauschale im Rahmen des Klimaschutzprogramms von 30 Cent auf 35 Cent ab dem 21sten Kilometer angehoben. Die Pendlerpauschale wird unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel gewährt.