Kreditrichtline angepasst: Mehr Klarheit bei der Immobilienfinanzierung

Vater Staat meint es ja manchmal besonders gut mit seinen deutschen Bundesbürgern. So war es auch mit dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die Immobilienkäufer vor Überschuldung schützen soll. Die überzogene Auslegung der EU-Richtlinie aus dem Jahre 2014 hatte in weiten Kreisen für Verunsicherung gesorgt. Das Gesetz geriet schnell in den Verdacht, jungen Familien und älteren Menschen den Zugang zu Baufinanzierungsdarlehen zu erschweren, weil die Vergabe von Hypothekenkrediten nicht eindeutig genug geregelt war. Die Vorgaben der EU waren in einigen Passagen deutlich enger ausgelegt worden als in anderen europäischen Ländern und ließen an anderer Stelle zu viel Raum für Interpretation und Auslegung. Zwar seien die Berichte der Banken über Kreditrückgänge übertrieben gewesen, dennoch fehle es an klaren Formulierungen, die den Banken Entscheidungskriterien bei der Kreditvergabe vorgeben, ergab eine Studie.
Dem jetzt nachgebesserten Gesetzentwurf fehlen konkrete Leitlinien zwar immer noch, aber das Bundeskabinett hat diesem Entwurf Ende Dezember zugestimmt und zugleich festgelegt, dass die Leitlinien vom Finanz- und vom Justizministerium per Verordnung im ersten Quartal 2017 festgelegt werden sollen. „Das ist ein gutes Signal für die Immobilienwirtschaft und für unsere Kaufinteressenten“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter Heidelberg.