Immobilienmarkt reagiert erstaunlich robust auf Coronakrise

„Während andere Branchen durch die Pandemie starke Einbußen erleiden, zeigen sich die Immobilien- und die Baubranche erstaunlich robust“, beschreibt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, die aktuelle Situation.

So meldet denn auch das IW-Institut in Köln: „Die Pandemie hat fast alle Bereiche der Wirtschaft ins Mark getroffen“, sie habe bereits jetzt einen Wohlfahrtsverlust von 250 Milliarden Euro verursacht.

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist dagegen weiterhin ungebrochen. In der Folge wurden Wohnimmobilien in mehr als 94 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte teurer. Im Durchschnitt lag das Plus bei Eigentumswohnungen nach Ergebnissen des Wohnatlas 2021 im Jahr 2020 gegenüber 2019 bei 9,6 Prozent.

Die neue Immowelt Kaufpreis-Prognose für Großstädte geht davon aus, dass die Kaufpreise für Eigentumswohnungen auch bis Ende 2021 weiter steigen werden – allerdings mit einer Einschränkung: Sollte sich der Trend „Raus aus der Stadt“ verfestigen, könnte sich die Preisentwicklung zumindest in den Metropolen in den kommenden Jahren abschwächen.

Das Hamburger Immobilien-Analysehaus F+B Forschung und Beratung GmbH misst der Wohnungsfrage im Bundestagswahljahr 2021 große Bedeutung bei und hat Thesen zur Entwicklung der Wohnungsmärkte nach Corona formuliert. Die hanseatischen Immobilienmarktforscher rechnen auch im Jahr 2021 kaum mit Steigerungen der Neuvertragsmieten. Dagegen werde sich die Nachfrage nach Wohneigentum oder zur Kapitalanlage durch vermögende Nachfrager mit sicheren Arbeitsplätzen bei anhaltend niedrigen Zinsen nicht nennenswert verringern.

„Die Immobilienumsätze in Baden-Württemberg bleiben von der Pandemie unberührt“, stellt Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts fest, „vielmehr verzeichnen sie im corona-gebeutelten Jahr 2020 ein beachtliches Wachstum von plus acht Prozent.“