Immer mehr genehmigte Wohnungen – aber nicht am richtigen Ort

Das statistische Bundesamt meldet Rekordzahlen bei den Genehmigungen für Wohnungen. Im Zeitraum Januar bis Februar 2016 wurden in Deutschland 33,1 Prozent mehr Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als im Vorjahreszeitraum; von Januar bis September 2015 waren es dagegen nur durchschnittlich 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Diese Zahlen belegen, dass Behörden und Bauunternehmen auf den Engpass in den Metropolen reagieren“, erläutert -Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Doch die Bewertung der Zahlen hängt stark davon, wie die Statistik gelesen wird. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) meldet zeitgleich: Im Jahr 2015 wurden bundesweit 309.000 Baugenehmigungen erteilt – 99.000 davon, also rund ein Drittel, entfielen auf die kreisfreien Großstädte. Damit blieb die Zahl der Baugenehmigungen in den Großstädten – wo die meisten Wohnungen fehlen – auf dem Niveau des Vorjahres. Auch in fünf der sieben größten deutschen Städte ließ die Dynamik nach. Im Umland und in den ländlichen Kreisen gab es dagegen deutliche Steigerungen.

Heidelberg gehört zu den beliebten Städten, in denen viele Menschen gerne wohnen möchten – entsprechend groß ist die Nachfrage nach Wohnraum. Die Stadt tut einiges dafür, das Wohnen in der Neckarstadt bezahlbar zu halten. Der letzte Bautätigkeitsbericht weist aus, dass das Ziel des städtischen Wohnungsentwicklungsprogrammes von 500 neuen Wohnungen pro Jahr zum dritten Mal in Folge überschritten wurde. Im Jahr 2014 wurden 875 Wohnungen erstellt. Zu diesem guten Ergebnis trägt allen voran der jüngste Stadtteil Bahnstadt bei, der nach seiner Fertigstellung die größte Passiv-haussiedlung der Welt sein soll. Aber auch in Kirchheim, Weststadt, Wieblingen und Handschuhsheim wurden neue Wohnungen gebaut.