Heizkosten: Deutschland steht ein teurer Winter bevor

„In diesem Jahr ist, ganz unabhängig von den Temperaturen, mit einem teuren Winter zu rechnen“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die ungewöhnlich hohen Energiepreise treiben die Heiz- und Stromkosten in die Höhe.

Einige Mieter und Eigentümer haben bereits Abrechnungen oder neue Angebote erhalten, andere werden die Kostenexplosion möglicherweise erst im kommenden Frühjahr bemerken. Die hohen Gas- und Strompreise sind für viele private Haushalte eine große Herausforderung. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, schon jetzt daran zu denken, wie den hohen Kosten begegnet werden kann.

Als Grund für die hohen Preise wird die stark gestiegene Nachfrage nach Gas und Strom durch die wirtschaftliche Erholung am Ende der Coronapandemie angegeben. Ein weiterer Grund ist der Rückgang der Gasimporte in den europäischen Markt.

Eine Stellungnahme des Kopernikus-Projektes SynErgie zeigt auf, wie sich mittel- bis langfristig hohe Strompreise vermeiden lassen. Dabei geht es um ein intelligentes, nachhaltiges und bezahlbares Stromsystem der Zukunft. Eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Strommarktdesigns könnte einer Verschärfung der Preisentwicklungen mittel- bis langfristig vorbeugen. Es müsste von allen Akteuren des Energiesystems getragen werden und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem bestmöglich unterstützen.

Zukünftig wird es noch mehr darauf ankommen, auch kleinteilige Lösungen in ein Gesamtkonzept einzubinden. Jeder Immobilieneigentümer und Mieter kann dazu beitragen, zum Beispiel durch die sinnvolle und vernünftige Nutzung moderner Heizsysteme. Die einzelnen Komponenten der Energiewende sind noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt. Derzeit können beispielsweise Photovoltaik-Dachanlagen bis 100 Kilowattpeak nur mit Eigenverbrauch wirtschaftlich betrieben werden. Wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist, lohnt sich die Investition in Solarzellen aktuell noch nicht.