Grunderwerbsteuer hemmt Neubau

Die Aussage des Instituts der Wirtschaft in Köln ist glasklar: Die Grunderwerbsteuer verhindert dringend benötigte Neubauten, führt zu unnötig hohen finanziellen Belastungen der Bürger und verzerrt den Markt. Die deutschen Bundesländer nahmen 2014 über neun Milliarden Euro durch die Grunderwerbssteuer ein. Damit entfielen mehr als die Hälfte der reinen Ländersteuern auf die Grunderwerbssteuer.

Dabei gab es schon einmal Zeiten (bis 1982), in denen hohe Freibeträge dazu führten, dass viele Immobilienkäufer überhaupt keine Grunderwerbsteuer zahlen mussten. Bis 2006 lag die Grunderwerbssteuer bundesweit einheitlich bei 3,5 Prozent, dann öffnete der Bund den Steuerwettbewerb für die Länder. Alle Bundesländer außer Bayern und Sachsen erhöhten daraufhin die Steuer auf mittlerweile bis zu 6,5 Prozent.

„Mit jedem Verkauf wird also ein hoher Aufschlag auf den Kaufpreis fällig und zwar teilweise sogar mehrfach – nämlich dann, wenn ein Grundstück erst an einen Bauträger geht, der es bebaut und Eigentumswohnungen weiterverkauft“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Diese Praxis hat jetzt auch die Kommunen auf die Idee gebracht, wie sie ihre leeren Kassen füllen können. Ab 2016 soll die Grundsteuer B in einigen Gemeinden kräftig steigen, in Bochum zum Beispiel um 24 Prozent, in Bremen um 20 Prozent, in Bremerhaven um 22 Prozent, in Leverkusen um zehn Prozent. Besonders viele Erhöhungen gibt es in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. In der Region Heidelberg liegen die Zahlen weit auseinander, denn die Hebesätze kann jede Gemeinde selbst festlegen. „Übrigens sind Mieter von der Grundsteuer B nicht ausgenommen, weil die Steuer laut Mietvertrag fast immer Bestandteil der Nebenkosten ist“, ergänzt Michael Fehr.