Finanzierung: Woher kommt das Eigenkapital?

Fachleute werden nicht müde, Immobilieneigentum als optimale Methode zur Vermögensbildung und für die Altersabsicherung zu loben. Trotzdem schaffen es immer weniger junge Menschen, Immobilien zu erwerben. „Der Hauptgrund lautet meistens fehlendes Eigenkapital“, weiß Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Wegen der heute üblichen langen Ausbildungszeiten fehlt bei der Immobilienfinanzierung häufig das Eigenkapital. Wie der Immobilienkauf trotzdem gelingen kann und woher das Eigenkapital kommt, hat eine aktuelle Studie erforscht.

Fast die Hälfte der Immobilieneigentümer, die in den vergangenen drei Jahren eine eigene Wohnung gekauft haben, waren zwischen 18 und 39 Jahre alt. Nur noch 68 Prozent der Befragten dieser Gruppe gaben an, dass ihr Eigenkapital aus Erspartem stammte. Vor mehr als zehn Jahren konnten das noch 74 Prozent der Befragten von sich behaupten. Der Anteil des Ersparten am Eigenkapital nimmt ab und verschiebt sich zu anderen Finanzquellen.

Geld aus Erbschaften spielt eine wichtigere Rolle als früher. Vor mehr als zehn Jahren betrug der Eigenkapitalanteil aus Erbschaften sieben Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es bereits 13 Prozent. Auch die Unterstützung durch die Familie wird größer. Vor mehr als zehn Jahren wurden erst 17 Prozent der Immobilienkäufer durch ihre Familie unterstützt. In den vergangenen drei Jahres waren es bereits 25 Prozent.

Eltern nutzen für den Kapitalzuschuss an ihre Kinder meistens ihre eigenen Immobilien. Sie können eine Sicherungshypothek ins Grundbuch eintragen lassen oder ein eigenes Darlehen aufnehmen. Auch staatliche Fördermittel – von der KfW bis zu den Landesförderungen – werden von einigen Banken teilweise als Eigenkapital anerkannt. Die Bedeutung der sogenannten Muskelhypothek, also Eigenleistung als Eigenkapitalersatz, hat an Bedeutung verloren. Nur noch 13 Prozent der Käufer packten in den vergangenen drei Jahren beim Bau oder Umbau selbst mit an.