Ferienwohnung im Mietshaus oder in der Eigentumswohnung

Urlauber setzen auf Individualität. Viele wollen in einer fremden Stadt in die Rolle der Einwohner schlüpfen und günstig wohnen. Das immer größer werdende Angebot an privaten Ferienwohnungen kommt diesem Wunsch entgegen. Wegen der angespannten Wohnungssituation breitet sich in manchen Städten jedoch Nervosität aus unter Mitbewohnern, Anbietern und Behörden.
Nachbarn fühlen sich durch Feriengäste gestört, wenn diese sich nicht an die Hausordnung halten und Ruhezeiten oder Rauchverbote missachten. Mieter befürchten einen Anstieg der Betriebskosten und mindern die Miete, was im Einzelfall gerechtfertigt sein kann (AG Berlin Mitte, Az. 25 C 174/08, 26.08.2009). Sie haben aber keinen Anspruch gegen den Vermieter auf Unterlassung der Vermietung an Feriengäste.

„Baurechtlich sieht das allerdings anders aus“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „In Gebieten mit besonderem Mangel an Wohnungen kann die Stadt eine Zweckentfremdungsverordnung erlassen. In Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gibt es Regelungen, die eine Vermietung an Feriengäste verbieten.“ Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Die Vermietung möblierter Zimmer ist aber erlaubt, wenn der Anbieter mindestens 50 Prozent der Wohnfläche für sich behält.
Bei der Untervermietung einer Mietwohnung als Ferienwohnung ist die Lage eindeutig: Sie kann nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Vermieters erfolgen. Eine allgemeine Erlaubnis zur Untervermietung reicht nicht aus (BGH, 08.01.2014, Az. VIII ZR 210/13). Dem Mieter droht sogar die fristlose Kündigung, wenn er Feriengästen seine Mietwohnung trotz Abmahnung weiter über ein Online-Portal anbietet (LG Berlin, 03.02.2015, Az. 67 T 29/15). Wohnungseigentümer können ihre Immobilie nach Belieben selbst bewohnen, vermieten und verpachten. Allerdings kann die Eigentümergemeinschaft der Vermietung Grenzen setzen. Ob sie die Vermietung an Touristen verbieten kann, ist jedoch strittig (LG Berlin v. 25.6.2013 – 85 S 143/12 WEG).