Es wird spannend: Weitere Zinsentwicklung unsicher

„Immobilienkäufer haben sich an die historisch niedrigen Zinsen schon fast gewöhnt. Die Zeiten, in denen Baugeld fünf und mehr Prozent kostete, sind fast vergessen. Doch die aufmerksame Beobachtung der Finanzierungskonditionen wird wieder wichtiger“, rät Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Inflationsrate steigt seit November 2016 leicht an. Sie erreicht den höchsten Wert seit Mitte 2013 und kommt damit in Deutschland dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Wert von 2,0 Prozent sehr nahe. Für das laufende Jahr rechnen die Wirtschaftsweisen in Deutschland mit einer Teuerungsrate von 1,6 Prozent. „Sollte dieser Trend anhalten, könnte sich die Situation für Immobilienfinanzierungen ändern“, gibt Michael Fehr zu Bedenken. Denn eine logische Folge steigender Inflation wären höhere Zinsen. Die EZB wäre dann bald gezwungen, die Zinsen anzupassen, um die Inflation zu drosseln. Experten weisen auch auf den Einfluss der Energiepreise hin. Diese steigen seit langem ebenfalls wieder und ziehen die Teuerung mit nach oben. Noch besteht kein Anlass für schnelles Handeln, die Zentralbank hält an ihrem Kurs fest, weil es sich noch nicht um eine sich selbst tragende Aufwärtsbewegung in der gesamten Eurozone handelt. Die anstehenden Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden bergen allerdings Risiken. Die Baufinanzierungszinsen bewegten sich im letzten Quartal 2016 in einer Spannweite von 0,3 Prozentpunkten. Nach ihrem historischen Tiefstand Anfang Oktober 2016 stiegen die Zinsen bis Mitte Dezember um 0,3 Prozentpunkte auf einen Wert knapp über 1,0 Prozent, um kurz danach wieder leicht abzufallen. Das Zinsniveau ist weiterhin niedrig und schwankt derzeit minimal, langfristig gehen die Experten aber von steigenden Zinsen aus. Mit neuen Tiefstständen sollten Immobilienkäufer im Jahr 2017 besser nicht mehr rechnen.