Es wird eng: Parken in der Stadt erregt die Gemüter

Auch in Heidelberg sind Parkplätze knapp. Fast alle deutschen Städte bauen sich gerade um. Die Anforderungen an Mobilität und Verkehr haben sich deutlich geändert. Neue Konzepte werden erprobt, alte Gewohnheiten kommen auf den Prüfstand. Nicht mehr das Auto, sondern die Lebensqualität der Menschen soll den Ausschlag bei der Stadtplanung geben.

Unter der Überschrift „Parkgebühren sind keine Abzocke“, vertrat Martina Hertel vom Deutschen Institut für Urbanistik im Tagesspiegel aus Berlin ihren Standpunkt: „Autos sind und bleiben Platzfresser“, sagt sie. Die Blockade des öffentlichen Raums durch Pkw sollte höher bepreist werden, die Einnahmen könnten Kommunen in den Ausbau umweltfreundlicher Mobilität stecken.

„Die Parkraumbewirtschaftung im Neuenheimer Feld, auf dem Campus Bergheim und in der Altstadt ist schon seit langem selbstverständlich“, erklärt Jens Rückert, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Der Platzbedarf für parkende Autos ist ständig gestiegen. Nicht nur jedes einzelne neu zugelassene Auto ist in den vergangenen Jahren viel größer geworden, auch die Gesamtzahl der in Deutschland zugelassenen Pkw ist von 42,3 Millionen im Jahre 2011 auf 48,25 Millionen zu Beginn des Jahres 2021 gestiegen.

Wie knapp der Platz ist, spüren Autofahrer, wenn sie einen Parkplatz in der Stadt suchen. Die Knappheit spiegelt sich in den Parkplatzgebühren allerdings nicht wider. Weil der öffentliche Raum nicht konsequent bewirtschaftet wird, ist den meisten Autofahrern das Parken im Parkhaus zu teuer. Ergebnis: Parkhäuser sind oft nur zur Hälfte ausgelastet.

Die Stadt Heidelberg wird 2022 ein neues gesamtstädtisches Parkraumkonzept diskutieren. Die Gebühren für Anwohner-Parkausweise wurden für das laufende Jahr indes bereits deutlich auf bis zu 120 Euro pro Jahr erhöht.

Die Verkehrswende wird möglich, „wenn attraktive alternative Angebote zum privaten Auto geschaffen und zusätzlich Regelungen für den motorisierten Individualverkehr eingeführt werden“, sagt Dr. Martin Kagerbauer vom Karlsruher Institut für Technologie.