Energiekosten explodieren

Energiepolitiker warnen vor weiter steigenden Preisen für Gas und Strom im Winter. Versorgungsengpässe sieht das Bundeswirtschaftsministerium jedoch nicht. Deutschland ist bei den Energiepreisen Spitzenreiter in Europa.

In den vergangenen Monaten hat sich der Erdgaspreis mehr als verdreifacht. Als Grund dafür werden unter anderem die niedrigen Bestände der Gasspeicher in Deutschland, die weltweit steigende Gasnachfrage und die CO2-Bepreisung genannt. Diese ist von den CO2-Emissionen abhängig und beträgt 25 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2021. Bis 2025 steigt sie auf 55 Euro an, für 2026 ist ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro vorgesehen. Im Jahr 2022 wären das für einen Musterhaushalt etwa 143 Euro mehr.

Der Großhandelspreis für Strom an der Energiebörse hat sich seit vergangenen Herbst verdoppelt. Die ungewöhnlich frühe Verteuerung in diesem Jahr ist eine Folge von Preissprüngen auf Europas Großhandelsmärkten. Einer steigenden Nachfrage nach Elektrizität stehen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers gegenüber.

Die Hälfte des Strompreises für den Endverbraucher setzt sich aus Steuern und Abgaben zusammen. Mit einer neuen Bundesregierung könnte Bewegung in die Debatte um die EEG-Umlage kommen. Die EEG-Umlage dient der Finanzierung der Stromproduktion aus erneuerbarer Energie und hat einen Anteil am Strompreis von 21,4 Prozent. Möglicherweise wird die Umlage in den nächsten Jahren anders finanziert. So steht es jedenfalls in den Wahlprogrammen aller Parteien.

Die Immobilienbranche nimmt eine Schlüsselfunktion in Klimaschutz und Energiepolitik ein, weil sie über große Einsparpotenziale bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen verfügt.

„Wegen der steigenden Wärme- und Strompreise nimmt die Attraktivität energieeffizienter und energiesparender Immobilien weiter zu“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.