Energiekosten: Das müssen Sie jetzt wissen

„Mieterinnen und Mieter, Immobilieneigentümer und Eigentümerinnen schauen derzeit gebannt auf die Entwicklung der Energiepreise“, berichtet Michael ­Neuberger, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung mit Erdgas im Winter. Die Energieträger Gas und Strom sind untereinander verflochten und voneinander abhängig. Hier einige Daten und Fakten:

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes war Erdgas im Jahr 2020 mit einem Anteil von 31,2 Prozent wichtigster Energieträger in der Industrie. Private Haushalte deckten 2019 mit 41,2 Prozent den größten Teil ihres Bedarfs an Wohnenergie durch Erdgas.

Für die Stromerzeugung ist Erdgas von großer Bedeutung. 13 Prozent des in Deutschland erzeugten und in das Stromnetz eingespeisten Stroms stammte im 1. Quartal 2022 aus Erdgas. Insgesamt wurden im ersten Quartal 2022 in Deutschland 3,7 Prozent mehr Strom ins Netz eingespeist als im 1. Quartal 2021. 2021 wurden 95 Prozent des Erdgases in Deutschland importiert.

Bisher war Russland das wichtiges Herkunftsland für Erdgas. Im Mai wurden von dort Erdgas und Erdöl im Wert von 1,9 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Jetzt droht das Land damit, die Lieferungen einzustellen. Die dadurch angespannte Versorgungslage auf den Energiemärkten hat zu enormen Teuerungen geführt. Importiertes Erdgas war im Mai 2022 um 235,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im Juni 2022 kostete Erdgas für die Industrie 182,6 Prozent mehr als im Juni 2021.

Um Preis- und Mengenschwankungen abzufedern, wird ein Teil des Erdgases zwischengespeichert. Im Juli 2022 waren die Gasspeicher zu knapp zwei Dritteln gefüllt, das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Füllstand der Jahre 2015 bis 2020.

In Neubauten kamen Gasheizungen zuletzt immer seltener zum Einsatz. In 2021 fertiggestellten Wohngebäuden wird Gas nur noch in 34,3 Prozent als primäre Heizung genutzt. 2020 lag der Anteil noch bei knapp 39 Prozent, 2019 bei knapp 42 Prozent.