Energie: Gebäudesanierung zahlt sich bei Verkauf und Vermietung nicht aus

„Energiesparen ist bei Immobilieneigentümern in Deutschland kein Selbstzweck. Wer sein Haus teuer den aktuellen energetischen Anforderungen anpasst, will am Ende eine Gegenleistung – und zwar in Euro und Cent, nicht nur in Form von guter Luft“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Diese Haltung widerspricht den Klimazielen der Bundesrepublik. Die Politiker gehen davon aus, dass rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs und 30 Prozent der Treibhausgase auf Gebäude entfallen. Wenn bis 2050 Häuser, Büros und sonstige Bauten dank energetischer Sanierung klimaneutral werden sollen, geht das nicht ohne die Immobilieneigentümer. Doch der Sanierungsfahrplan kommt trotz zahlreicher Förderangebote nicht voran. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fordert daher einen Strategiewechsel. Deutschland solle lieber in der Breite sanieren, um den Energiebedarf langfristig zu senken. Nur wenn möglichst viele Gebäude energieeffizienter werden – selbst auf einem niedrigeren Niveau als geplant – könnten die Klimaziele erreicht werden.
In der Praxis sieht die Welt anders aus: Der Marktmonitor Immobilien 2016 von Immowelt.de hat herausgefunden, dass immer mehr Immobilienprofis von einer energetischen Sanierung abraten. Wegen der hohen Kosten durch zu hohe Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) können die Mieteinnahmen die Investitionen nicht kompensieren. In den Großstädten geben 40 Prozent der Makler an, dass der energetische Standard keine oder kaum Auswirkungen auf die Vermarktung hat. Dagegen spielt er beim Verkauf in den kleineren Städten und auf dem Land, wo die Preise nicht so explodiert sind, eine wichtigere Rolle.