Digitalisierung: Bauen und Wohnen neu denken

Immer öfter hört man Begriffe wie Digitalisierung des Wohnens, intelligente Gebäude, Künstliche Intelligenz und Smart Cities. Mit Blick auf den Klimawandel ist ressourcenschonendes Bauen das Gebot der Stunde. In der Realität sieht das jedoch häufig noch anders aus. Aber es gibt hoffnungsvolle neue Ansätze.

Auf allen Ebenen setzt sich neues Denken durch. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagt beispielsweise: „Ich möchte, dass NextGenerationEU eine europäische Renovierungswelle auslöst und unsere Union zu einem Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft macht.“ Sie hat für ganz Europa die Bauhausinitiative gestartet. Dabei geht es um das Erreichen der Klimaziele und die Wiederbelebung unserer Innenstädte.

„Smart Buildings finden zunehmend Interesse, denn digitale Vernetzung fördert Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Trotzdem sind viele Immobilien längst nicht so klug, wie sie sein könnten.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert derzeit einheitliche Datenstandards, damit Immobilien ihr Intelligenzpotenzial ausschöpfen und sich zu intelligenten Städten verdichten können.

Auch der diesjährige Zukunft-Bau-Kongress richtet seinen Blick nach vorn. Unter dem Motto „Bauwende: klimabewusst erhalten, erneuern, bauen“ geht es um Lösungsansätze für ein klima- und ressourcenschonendes Bauen.

Neue Denkansätze werden auf allen Ebenen gebraucht, denn an der Stadtentwicklung sind Vertreter aus verschiedenen Bereichen beteiligt. Vorexerziert wurde das gemeinsame Handeln von Experten aus Planung, Politik, Bau-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft gerade auf Schloss Ettersburg bei Weimar. Dort wurde deutlich, dass das Planungs- und Baugeschehen vermehrt auch vom Bestand aus zu denken ist. Denn gesellschaftliche, umweltpolitische und baukulturelle Anliegen müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Erste zukunftsweisende Möglichkeiten werden bereits sichtbar: Beispielsweise erforscht die Universität Stuttgart im Rahmen des Projektes „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“, wie sich Gebäude aktiv an wechselnde Umwelteinflüsse anpassen können.