Bevölkerungsanstieg: Wirkung auf die Immobilienwirtschaft

Der Immobilienmarkt unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, die unter anderem für die Preisentwicklung verantwortlich sind. Einer davon ist die Bevölkerungsentwicklung. „Wenn viele Menschen eine Wohnung suchen, steigt die Nachfrage und damit der Preis. Das betrifft den Mietmarkt ebenso wie den Markt für Immobilieneigentum“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

In Deutschland verlief die Bevölkerungsentwicklung jahrelang negativ. Obwohl das Durchschnittsalter stieg, starben mehr Menschen als geboren wurden. Das Geburtendefizit konnte aber auch schon in den Jahren 2011 bis 2014 durch Zuzüge aus dem Ausland mehr als nur kompensiert werden. Nach einer aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes ändert sich jetzt der Trend.

Die Einwohnerzahl Deutschlands hat sich 2015 von knapp 81,2 Millionen am Jahresanfang auf vermutlich mindestens 81,9 Millionen Menschen am Jahresende erhöht. Für 2015 wird der Schätzung zufolge ein Saldo von mindestens plus 900.000 Personen erwartet. Diese Zahl läge über dem bisherigen Rekordwert des Jahres 1992 mit knapp plus 800.000 Personen. Das Amt machte keine Angaben darüber, ob die 2015 nach Deutschland gekommenen Schutzsuchenden bereits in der Schätzung berücksichtigt sind.

Steigende Bevölkerungszahlen zogen in der Geschichte oft ein erhöhtes Wirtschaftswachstum nach sich. Für die Wohnungswirtschaft bedeuten solche Entwicklungen eine enorme Herausforderung. Denn es dauert naturgemäß eine Weile, bis neue Wohnungen gebaut und bezugsfertig sind. In der Zwischenzeit kommt es auf das Organisationstalent und den Ideenreichtum aller maßgeblich Beteiligten an.