Bautätigkeit auf Wachstumskurs

„Gegen enge Wohnungsmärkte helfen nur mehr Neubauten“, ist Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg überzeugt. Darin sind sich Immobilienunternehmen und Politik überwiegend einig. Ein Hemmnis könnten allerdings die stark steigenden Materialkosten sein.

Die Ergebnisse des Global Construction Monitor (GCM) der RICS zeigen eine anhaltende Erholung des Baugewerbes. Die Bereiche Infrastruktur und privater Wohnungsbau verzeichnen den stärksten Aufschwung.

Weltweit gesehen ist der Bautätigkeitsindex in Portugal, den Niederlanden, Saudi-Arabien und den USA am höchsten. Deutschland nimmt im weltweiten Ranking mit plus 37 einen Platz im ersten Drittel ein.

Obwohl sich die allgemeine Stimmung im zweiten Quartal 2021 in eine positive Richtung bewegt, wird ein Hemmnis deutlich: Steigende Materialkosten werden von 83 Prozent der Befragten als ein Faktor genannt, der die Bautätigkeit hemmt. Im Vorquartal lag dieser Anteil noch bei 66 Prozent. Gingen die Umfrageteilnehmer bei der Zwölfmonatsprognose zunächst noch von einem Anstieg der Materialkosten von sechs Prozent aus, rechnen sie jetzt mit acht Prozent. Weil die Engpässe in der Lieferkette bei gleichzeitig starker Nachfrage die Kosten weiter in die Höhe treiben werden, dürfte der Druck weiter zunehmen.

78 Prozent der Befragten in Europa gaben an, dass der Druck auf die Materialkosten die Ausweitung der Gewinnspanne einschränkt; in Deutschland sagen das sogar 91 Prozent. Der Kostendruck stellt somit einen zunehmenden Gegenwind für die Bauwirtschaft dar, der die Dynamik im weiteren Verlauf dämpfen könnte.

In Europa zeigt sich gegenüber den anderen großen Weltregionen ein etwas ausgeprägterer, erfreulicher Trend: Die Nachfrage nach recycel- und wiederverwendbaren Materialien ist in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. Weltweit wurde die Abfallminimierung als das wichtigste Nachhaltigkeitsthema im Bauwesen bezeichnet.