Andere Länder, andere Sitten – Transparenz auf dem Immobilienmarkt

„Transparenz ist nicht nur ein beliebtes Schlagwort, sondern die Basis der Preisbildung auf dem Immobilienmarkt“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Auch bei der Wertermittlung eines Gebäudes durch Gutachter oder Sachverständige spielt Transparenz eine wichtige Rolle. Dabei fließen alle wesentlichen Faktoren einer Liegenschaft in die Rechnung ein, unter anderem die Art der baulichen Nutzung, Grundstücksgröße, Geschossflächenzahl und weitere Objektdaten – auch die der Lage. Das klingt kompliziert und sagt letztlich nur wenig darüber aus, welchen Preis ein Verkäufer auf dem freien Markt tatsächlich erzielen kann. Wer das wissen will, braucht zusätzliche umfassende Marktkenntnisse und langjährige Erfahrung.

Wie schön wäre es doch, wenn man einfach im Internet nachschauen könnte, wie viel die eigene Immobilie wert ist. Das bleibt natürlich eine Illusion, aber es gibt neue Bestrebungen des Portals Immobilienscout24.de, mehr Transparenz für den Immobilienmarkt zu schaffen. Ein neu eingerichteter Preisatlas soll über Kauf- und Mietpreise sowie Preistrends für jede Adresse und jeden Stadtteil in ganz Deutschland informieren. Das Daten-Tool basiert auf anonymisierten Daten von über 43 Millionen Immobilien und zeigt die aktuell auf dem Markt angebotenen Kauf- und Mietpreise für Häuser und Wohnungen.

Wer sich auf dem Immobilienmarkt auskennt, wird jetzt einwenden, dass es sich um Angebots- und nicht um tatsächlich erzielte Kaufpreise handelt. Diese Schwäche des Konzeptes hat man in Schweden bereits elegant gelöst. Auf dem Internetportal Hemnet.se kann jedermann einsehen, zu welchen Preis eine Wohnung ursprünglich angeboten und schließlich tatsächlich verkauft wurde. Weitere öffentliche Online-Verzeichnisse nennen Quadratmeterpreise und machen detaillierte Angaben zur Einkommensstruktur in der Nachbarschaft. Das ist typisch für Skandinavien. Aber ist auch ein Modell für Deutschland?