10 Jahre Energieausweis: Viele Ausweise müssen erneuert werden

Die Energieausweise für bestehende Gebäude wurden seit 2007 schrittweise je nach Gebäudeart und -alter auf Grundlage der Energieeinsparverordnung eingeführt. 2009 und 2014 wurden das Energieeinsparungsgesetz und die Energieeinsparverordnung verschärft bzw. reformiert. Einen Energieausweis braucht, wer seine Immobilie (Wohn- und Nichtwohngebäude) vermieten, verpachten oder verkaufen will. Der Ausweis muss Interessenten bei der Besichtigung der Immobilie vorgelegt werden.

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: Den verbrauchsbasierten und den bedarfsbasierten. Beide Versionen haben eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Das bedeutet: Die ersten Energieausweise werden jetzt ungültig.
„Es lohnt sich also, einmal einen Blick auf das Ausstellungsdatum zu werfen, um zu prüfen, wann der Energieausweis erneuert werden muss“, rät Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Die neuen Ausweise führen Energieeffizienzklassen auf und verfügen über eine verkürzte Farbskala. Die Energiekennwerte von Gebäuden können sich aufgrund der mittlerweile deutlich genaueren Berechnungsverfahren verändert haben. Die Einordnung des Gebäudes kann dadurch anders dargestellt werden als auf dem alten Ausweis.

Bei verbrauchsbasierten Energieausweisen kann es sich lohnen, den Ausweis schon vor Ablauf der Gültigkeit zu verlängern. Das spart möglicherweise Kosten, denn in Zukunft muss laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine Vor-Ort-Begehung durchgeführt oder das Gebäude anhand detaillierter Fotos begutachtet werden. Wer bisher einen Bedarfsausweis nutzte, kann bei der Verlängerung in vielen Fällen auf den kostengünstigeren Verbrauchsausweis umsteigen.

Der Bundesgerichtshof hat sich aktuell gleich in drei Verfahren (BGH, 05.10.2017, I ZR 229/16, I ZR 232/16, I ZR 4/17) mit dem § 16a EnEV befasst. Danach haben Anbieter von Immobilien die Pflicht, in Anzeigen kommerzieller Medien Angaben zum Energieverbrauch zu machen, wenn ein Energieausweis vorliegt.