Steigerungsraten bei Mieten und Immobilienpreisen nahezu gleich hoch

„Die Immobilienmärkte funktionieren nicht getrennt voneinander, sondern sind in ihren verschiedenen Segmenten eng miteinander verknüpft. Die Entwicklung der Kaufpreise von Immobilien erzeugt daher über kurz oder lang eine deutliche Wirkung auf die Mietpreise und umgekehrt“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Aussagen der Immobilienspezialisten und deren Research-Abteilungen bestätigen das jetzt und liefern aktuelle Zahlen: Das hohe Mietpreiswachstum des letzten Jahres hat sich im ersten Halbjahr 2017 in den meisten der acht untersuchten Städte – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig – fortgesetzt. Das durchschnittliche Plus liegt bei rund sieben Prozent. Die Spanne ist groß: Sie reicht von unter ein Prozent in Hamburg bis 13 Prozent in Berlin. Die Steigerung der Mieten bewegt sich inzwischen in etwa auf gleichem Niveau wie die Steigerung der Kaufpreise: Letztere lag in den genannten Städten mit durchschnittlich knapp acht Prozent nur noch geringfügig höher als die Steigerung der Mietpreise.

In Heidelberg ziehen die Preise für Eigentumswohnungen in einfachen Lagen stark an: 2016 kostete ein Quadratmeter 1.588 Euro, das ist ein Plus von fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die sogenannten befriedigenden Lagen kosteten mit 2.127 Euro pro Quadratmeter nur 1,5 Prozent mehr als 2015, die mittleren Lagen mit 2.576 Euro 12,8 Prozent mehr. Die Zahlen spiegeln die ersten Auswirkungen der neu genutzten US-Flächen auf die umgebenden Stadtquartiere. Sie werden vermutlich auch die Mietpreise beeinflussen. „Diese Entwicklung zu steigenden Preisen und Mieten wird sich solange fortsetzen“, sagt Michael Fehr, „wie Immobilien wegen der niedrigen Zinsen billig finanziert werden können, Immobilienanleger wegen mangelnder Anlagealternativen in Kauflust sind und die Hoffnung auf steigende Preise fortbesteht.“