Neu geregelt: Berufszulassung für Immobilienverwalter und Immobilienmakler

Eine strengere Berufszulassung hatten die Berufsverbände der Immobilienwirtschaft schon vor über drei Jahrzehnten gefordert. Bis ins zweite Jahrzehnt des neuen Jahrtausends hat es gedauert, bis der Gesetzgeber endlich reagiert hat. Aber seit Juni 2017 ist das neue Gesetz da, das die Berufszulassung von Immobilienverwaltern und Immobilienmaklern regelt. „Die Akteure der Branche hatten vom Gesetzgeber allerdings mehr erwartet, schließlich soll das Gesetz dazu beitragen, die Professionalisierung voranzutreiben und das Image des Berufsstandes zu stärken“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Nach langen Diskussionen und vielen Kompromissen müssen Immobilienverwalter nun eine Erlaubnis für die Ausübung Ihres Gewerbes beantragen, die nur erteilt wird, wenn der Antragsteller zuverlässig ist, in geordneten Vermögensverhältnissen lebt und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweist. Ein Sachkundenachweis muss entgegen der bisherigen Pläne nicht erbracht werden. Allerdings sind Immobilienverwalter verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Die Fortbildungsverpflichtung von 20 Stunden in drei Jahren betrifft dabei nicht nur Verwalter sondern auch Immobilienmakler. Welche Fortbildungen anerkannt werden, soll später noch in einer Rechtsverordnung genau geregelt werden. Eine Versicherungspflicht und ein Sachkundenachweis sind für Makler nicht vorgesehen. „Das ist zwar besser als nichts“, meint Michael Fehr, „kann jedoch erst der Anfang sein. Die Immobilienwirtschaft ist in den vergangenen Jahren durch viele neue rechtliche Vorschriften ein komplexes Arbeitsfeld geworden, in dem sich Laien zunehmend schwer zurechtfinden. Verantwortung und Beratungsbedarf sind stark gewachsen“.