Nachbarschaftsrecht: Rasen mähen und Hecke schneiden

Endlich Sommer und Erholung im eigenen Garten. Was könnte also schöner sein, als ein kleines Nickerchen im Liegestuhl? „Ärgerlich nur, wenn just in dieser Zeit der Nachbar seinen knatternden Rasenmäher oder die laut tönende Motorheckenschere startet“, findet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Grundsätzlich ist das Rasenmähen werktags, also auch samstags, zwischen 7 und 20 Uhr erlaubt, und – anders als häufig angenommen – gibt es werktags keine geschützte Mittagspause. Für besonders laute Gartenhelfer gelten besondere Bestimmungen: Freischneider, Grastrimmer, Laubbläser und Laubsammler dürfen werktags nur zwischen 9 und 13 sowie zwischen 15 und 17 Uhr benutzt werden. Diese Beschränkung gilt nicht, wenn die Geräte mit dem EU-Umweltzeichen gekennzeichnet sind. Handrasenmäher dürfen ebenso wie andere Handgeräte – Harke oder Spaten – sogar an Sonn- und Feiertagen genutzt werden. Für alle Krach machenden Geräte sind Sonn- und Feiertage aber Tabu. Wer die Ruhezeiten nicht einhält, muss mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro rechnen. Die Bundesregierung hat mit der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BimSchV) die Betriebszeiten von Rasenmäher und Heckenschere im Freien genau geregelt. Den Wortlaut finden Sie unter: www.gesetze-im-internet.de/bimschv_32. Regional kann es zusätzliche Vorschriften geben. Sie unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern teilweise nur marginal. Doch darauf kommt es. Die Nachbarrechtsgesetze finden Sie im Internet zum Beispiel unter www.mein-nachbarrecht.de/nachbarrechtsgesetze. „Kinder dürfen sich übrigens nach Herzens Lust in Hof und Garten austoben. Der dabei entstehende Lärm ist von Nachbarn hinzunehmen“, ergänzt Michael Fehr. Eltern müssen aber je nach Entwicklungsstufe des Kindes dafür sorgen, dass die Kinder lernen, Rücksicht zu nehmen.